Moskau: Mehr als nur Kreml


Ob Kronjuwelen, Luxuskaufhaus oder Kosmonauten-Museum: Moskau hat viele Sehenswürdigkeiten. Ein paar davon liegen unter der Erde – und lassen sich für kleines Geld erkunden.

Die klassische Sightseeing-Tour durch die russische Zwölf-Millionen-Metropole beginnt im Herzen der Stadt – am Roten Platz. Dort befindet sich unter anderem der Kreml, der historische Mittelpunkt Moskaus. Eine über zwei Kilometer lange rote Mauer mit zwanzig Türmen umgibt die mehrere Gebäude umfassende Anlage. Den dazugehörenden Regierungssitz dürfen Reisende zwar nicht besuchen, aber die Schatzkammer mit den Kronjuwelen, den prächtigen Patriarchenpalast und gleich mehrere Kirchen können im Kreml besichtigt werden. Am südlichen Ende des Roten Platzes fällt die Basilius-Kathedrale ins Auge: Mit ihren neun Kapellen und den bunten Zwiebeltürmchen ist sie ein beliebtes Fotomotiv. Das 1561 eingeweihte Gebäude gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Auch heute finden dort noch Gottesdienste statt.

Wer lieber durch ein Kaufhaus bummeln möchte, sollte ins nahe gelegene Glawny Uniwersalny Magasin, kurz GUM, gehen. Auf drei Stockwerken reihen sich dort Luxusgüter aneinander. Bodenständiger sind die traditionellen Bauernmärkte wie der Preobraschenski im Nordosten der Stadt, der sich auf dem Gelände eines orthodoxen Klosters befindet. Verschiedene Anbieter haben Touren über die unterschiedlichen Märkte im Programm.

Sauer und scharf: Ein Teller Soljanka wärmt von innen. Foto: Adobe Stock | Oksana Bondar
Kulinarischer Reiseführer

  • Soljanka: eine Suppe aus eingelegtem Gemüse, mit Fleisch, Fisch oder Pilzen
  • Bliny: dünne Pfannkuchen, die mit Butter, Quark oder Kaviar gefüllt sind
  • Pelmeni: Fleisch-Teigtaschen, die mit saurer Sahne gegessen werden
  • Medowucha: alkoholisches Getränk aus Honig

Weltraum-Luft und unterirdische Prachtbauten
Highlight in 37 Metern Tiefe: Die U-Bahn-Station Komsomolskaja ist ein beliebtes Fotomotiv.

Die beste Reisezeit für einen Städtetrip nach Moskau sind die Frühlings- und Herbstmonate, weil die moderaten Temperaturen sich gut eignen, die Metropole zu entdecken. Dann lohnt sich beispielsweise ein Spaziergang durch den Gorki-Park, in dem regelmäßig Musikveranstaltungen stattfinden. Im Winter verwandeln sich seine Grünflächen übrigens in eine riesige Eisbahn. 1,2 Quadratkilometer umfasst der komplette Park, der auch ein Kosmonauten-Museum beherbergt. Es erzählt unter anderem die Geschichte von Juri Gagarin, der 1961 als erster Mensch in den Weltraum flog. Apropos Geschichte: In Moskau können Besucher auch einer historischen Persönlichkeit ins Angesicht schauen – denn im Mausoleum liegt der 1924 verstorbene russische Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin aufgebahrt. Der Eintritt ist frei, Gäste sollten sich nur auf lange Wartezeiten einstellen.

Ebenfalls gut fürs Reisebudget sind Fahrten mit der Moskauer Metro. Mit ihr lassen sich die unterschiedlichen Facetten der größten Stadt Europas teilweise schon für Cent-Beträge erkunden. Hinter den mit einem großen roten „M“ gekennzeichneten Eingängen verbergen sich aber auch unterirdische Hingucker: Manche der Stationen sind mit ihren Kronleuchtern, Marmorsäulen, Wandbildern oder Glasmosaiken eigene Sehenswürdigkeiten. Die eindrucksvollsten gibt es auf der Ringlinie 5. Wer nach einem Moskau-Besuch mehr von Russland sehen möchte, hat von der Hauptstadt aus eine gute Ausgangsposition dafür: Dort startet auch die legendäre transsibirische Eisenbahn. In 144 Stunden gelangen Reisende von Moskau nach Wladiwostok am Pazifik – mit 9.288 Kilometern ist dies die längste Zugstrecke der Welt.

  • Travel STR
  • Angelina Schmid
  • 11/19