Der Trick mit dem Trigger


Von der Schwäbischen Alb auf die Skipisten und Trekkingtrails in aller Welt – die Stöcke mit dem Leki-Aufdruck sind stets dabei.

Sie heißen Genius Carbon oder Flash Shark, Hot Shots oder Speedstock Carbon. Top-Sportler wie Skistar Felix Neureuther benützen sie ebenso wie Freizeitwalker oder – so der neueste Trend – Trailrunner, die im Laufschritt im Gelände unterwegs sind. Pro Jahr kommen 1,3 Millionen Leki-Stöcke auf den Markt. Kaum noch wegzudenken dabei: der Trick mit dem Trigger. Dabei werden Handschuh und Stock per Klick miteinander verbunden und lassen sich  leicht wieder lösen, etwa bei einem Sturz oder um die Hände freizuhaben.

Trigger 1 nannte Klaus Lenhart seine Entwicklung. 1998 war sie reif für die Serienproduktion. Weil der Firmenchef schon früh ein Patent für seine Idee anmeldete – das Unternehmen hält noch rund 250 weitere – kann es hier mit einem Alleinstellungsmerkmal auf dem international umkämpften Markt für Sportartikel punkten.

Das Geschäft mit der Ausrüstung für Alpinski und Langlauf, für Trekking und Nordic Walking hat die Leki Lenhart GmbH groß gemacht, sodass die Kirchheimer im Jahr 2000 schon aus Platzgründen ihre Produktion weitgehend nach Tschechien verlagerten. Dort fertigen rund 250 Mitarbeiter die Sportutensilien aus Aluminium und zunehmend aus dem leichteren Carbon. „Die Griffe und Hülsen produzieren wir ebenfalls selbst“, sagt Markus Milbrandt, der Marketingleiter der Firma. Am Hauptsitz in Kirchheim/Teck tüfteln fünfzig Beschäftigte an neuen Kollektionen. Schnell vor Ort sind die Mitarbeiter durch die Nähe zum Stuttgarter Flughafen.

Zusammenfalten und ab in den Rucksack – diese neuartigen Trekkingstöcke kamen kürzlich auf den  Markt. Zusammenfalten und ab in den Rucksack – diese neuartigen Trekkingstöcke kamen kürzlich auf den Markt.
Mit Wintersport fing alles an
Die Firmenzentrale von Lenhart in Kirchheim – aus den Anfangsbuchstaben entstand der Markenname Leki. Die Firmenzentrale von Lenhart in Kirchheim – aus den Anfangsbuchstaben entstand der Markenname Leki.

Dabei hat alles einmal klein begonnen. Karl Lenhart gründete mit seiner Frau Gertrud 1948 in Dettingen/Teck einen Holz verarbeitenden Betrieb. Weil er ein begeisterter Wintersportler war, tüftelte er lange an einem idealen Skistock. Mit 15 Mitarbeitern begann er schließlich in Kirchheim, Griffe und Teller in Serie herzustellen. Anfang der 1960er-Jahre  ging er mit den ersten Stöcken an den Markt. Auf den Schäften prangte damals schon der Name Leki, zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben von Lenhart und Kirchheim.

Schnell erweiterten die Schwaben ihre Produktpalette. 1978 bestieg Reinhold Messner mit Leki den Mount Everest. Verstellbare Trekkinghilfen, später mit Antischock-System, erweiterten das Angebot. Als der jüngste Sohn Klaus 1984 die alleinige Geschäftsführung übernahm, sprudelten die Ideen weiter. Neue Stöcke kamen auf den Markt, denn Nordic Walking wurde immer beliebter.

Durch den Unfalltod des begeisterten Kunstsportfliegers Klaus Lenhart im Jahr 2012 erfuhr die Firma einen tiefen Einschnitt. Doch seine Frau Waltraud entschloss sich, das Unternehmen weiterzuführen, heute unterstützt von ihrem Sohn Markus. An Erfindergeist mangelt es dem Team nicht. So wurden kürzlich leichte Trekkingstöcke vorgestellt, die klein zusammengefaltet in den Rucksack passen. Und wer sich bei der Bergtour einfach mal ausruhen will, für den produzieren die Kirchheimer jetzt auch Faltstühle.

„Wir sind in zwanzig Minuten am Flughafen. Da sind unsere Geschäftsreisen gut planbar.“

Waltraud Lenhart, Geschäftsführerin, Leki Lenhart GmbH Waltraud Lenhart, Geschäftsführerin, Leki Lenhart GmbH
Meilensteine der Firmengeschichte

  • 1948 Karl Lenhart gründet in Dettingen/Teck einen Holzverarbeitungsbetrieb.
  • 1964 Leki-Skistöcke kommen auf den Markt.
  • 1984 Klaus Lenhart wird alleiniger Geschäftsführer von Leki.
  • 1997 Umfirmierung in Leki Lenhart GmbH
  • 1998 Trigger-System geht in Serie.
  • 2000 Produktionsstätte im tschechischen Tachov eröffnet
  • 2012 Nach dem Tod von Klaus Lenhart führt seine Frau Waltraud die Geschäfte weiter.

  • Region STR
  • Simon Kirchgeßner
  • 11/17