Kleine Teile, große Wirkung


Sie sind in Flugzeugen und Fahrzeugen meist gut versteckt – aber ohne sie herrscht Stillstand: Zahnräder. Hergestellt werden sie unter anderem mit Werkzeugen der Paul Horn GmbH aus Tübingen.

Mehrmals pro Jahr fliegt Lothar Horn ab Stuttgart. „Wenn es geht, nehme ich immer die erste Verbindung zu meinem jeweiligen Ziel. Dann ist die Straße von Tübingen zum Flughafen meist komplett frei“, so der Geschäftsführer der Paul Horn GmbH. Egal ob Horn bei seinen Reisen im Auto oder im Flugzeug sitzt: In beiden Verkehrsmitteln sind Zahnräder elementare Teile, ohne die sich nichts bewegen würde. Sie übertragen Drehmomente, ändern Drehzahl und Richtung.

Für die Herstellung der Zahnräder aus unterschiedlichen Werkstoffen werden Präzisionswerkzeuge benötigt, und zwar solche wie aus dem Hause Horn. Zerspanen, so nennt man die Methode, bei der Spezialwerkzeuge die Rohteile auf mechanischem Weg in eine bestimmte Form bringen. Die Teile werden dann, zum Beispiel beim sogenannten Drehen, schnell rotierend von Werkzeugen bearbeitet. Das sieht aus, als würde sich das Metall ganz einfach formen lassen. Nur der Späneflug in der Maschine verrät, dass beim Zerspanen enorme Kräfte im Spiel sind.

Teile fürs Tangentialfräsen: Dieses Werkzeug macht aus kantigen Klötzen Räder mit Zähnen. Teile fürs Tangentialfräsen: Dieses Werkzeug macht aus kantigen Klötzen Räder mit Zähnen.
Von Tübingen in die Welt

Ein Zahnrad kann viele verschiedene Größen und Formen haben. Flach wie ein Bierdeckel im Schnecken-, oder länglich wie ein Schraubenzieher im Stangengetriebe; mit Innen- oder Außen-, und gleichmäßiger oder ungleichmäßiger Verzahnung. Je nach Form und Größe eignet sich für die Herstellung eine andere Methode: Stoßen, Schleifen oder Fräsen. Als Paul Horn, Vater des heutigen Geschäftsführers, das Unternehmen 1969 in Waiblingen gründete, stellte die Firma nur einige Einstechwerkzeuge her. Produziert wurde zunächst in Gomaringen und Nehren. Mittlerweile sind Fabrik und Verwaltung am gleichen Standort in Tübingen, und zur Produktpalette gehören circa 20.000 Standardwerkzeuge und 120.000 Sonderlösungen.

Lothar Horn, Geschäftsführer der Paul Horn GmbH Lothar Horn, Geschäftsführer der Paul Horn GmbH

„Die Nähe zum Flughafen ermöglicht uns schnelle Wege und weltweite Nähe zu unseren Kunden.“

Die Kunden kommen aus der Luftfahrt, der Automobilindustrie sowie der Medizin- und Werkzeugtechnik. Das Unternehmen wuchs seit der Gründung stetig, ist derzeit in siebzig Ländern aktiv und hat unter anderem Standorte in Frankreich, den USA, China und seit Kurzem auch in Mexiko. Weltweit arbeiten 1.300 Angestellte für den Familienbetrieb, 900 davon in der Zentrale in Tübingen. Weil neben der Bearbeitung auch mehr und mehr die Herstellung und Entwicklung von Hartmetallen sowie Geometrie-Konzepte in den Fokus rückten, wurde 1991 später ein Tochterunternehmen gegründet, die Horn Hartstoffe GmbH.

Der Exportanteil beider Firmen liegt bei vierzig Prozent. Daher ist die Nähe zum Flughafen für Horn äußerst wichtig – auch wenn das Kerngeschäft weiterhin in Deutschland gemacht wird. Abseits der logistischen Vorteile verbindet die Paul Horn GmbH mit der Luftfahrt, dass viele verschiedene Flugzeugteile mit Werkzeugen der Tübinger Firma hergestellt werden: von Elementen für die Triebwerke und Antriebswellen, über Steuerruder und hydraulische Bauteile bis hin zu den Sitzen in den Kabinen. „Kein Flugzeug fliegt und kein Auto fährt ohne Zahnräder“, sagt Lothar Horn.

Meilensteine der Firmengeschichte

  • 1969 Gründung der Firma Paul Horn Einstechtechnik in Waiblingen
  • 1981 Umzug nach Tübingen
  • 1981 Namensänderung zu Paul Horn Hartmetall-Werkzeugfabrik GmbH
  • 1991 Gründung der Tochter Horn Hartstoffe GmbH
  • 1993 – 2001 Vertretungen in Frankreich, England, den USA und Ungarn
  • 2012 Ab jetzt Standorte in Brasilien, Tschechien und China
  • 2016 Gründung Horn Mexiko
  • 2016 Namensgebung der Paul Horn Halle (Halle 10) als Teil  der Messe Stuttgart

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