Trumpf: Laser als Universaltool


Sie schweißen Medizintechnik-Instrumente, reparieren Triebwerke in Flugzeugen oder stellen Mikrochips her: Geräte mit industrieller Lasertechnik. Die Firma Trumpf ist bei der Produktion dieser Maschinen weltweit führend.

„Der Stuttgarter Flughafen hilft uns also, nahe am Kunden zu sein, Trumpf zu internationalisieren und beim Service weltweit Maßstäbe zu setzen“, sagt Vertriebschef Löffler.

Klaus Löffler, Vertriebschef Lasertechnik bei Trumpf.
Wie die Lichtsäbel aus Star Wars

Licht in gebündelter Form kann selbst Stahl bearbeiten – spätestens seit dem Science-Fiction-Klassiker Star Wars ist die Macht des Lasers weitläufig bekannt. Auch wenn die Maschinen der Firma Trumpf nicht aussehen wie die Lichtsäbel aus den Kinofilmen – harte Stoffe können sie aber ebenso gut in die richtige Form bringen. Automobilhersteller setzen die Technik deshalb beispielsweise zur Metallbearbeitung ein. Egal, ob es um Elektroautos, Verbrenner oder neue Technologien wie die Brennstoffzelle geht: Sie schweißen Motoren, schneiden Sicherheitsbauteile, individualisieren das Interieur oder beschichten Bremsen. „Unser Ziel ist es, die gesamte Automobilindustrie gerade in der heutigen Zeit bei ihren Herausforderungen zu unterstützen“, sagt Klaus Löffler, Geschäftsführer Vertrieb und Service bei der Lasertechnik bei Trumpf.  „Wir investieren viel, um mit der Lasertechnologie neue Anwendungsfelder für unsere Kunden zu erschließen.“

Weltmarktführer für Werkzeugmaschinen
Der Firmensitz von Trumpf ist in Ditzingen – rund dreißig Kilometer vom STR entfernt.

Trumpf gilt in Deutschland als Vorreiter bei der industriellen Lasertechnik – schon 1978 machte sich der damalige Firmen-Chef Berthold Leibinger auf den Weg in die USA, um sich selbst ein Bild von dem „Wunderwerkzeug“ zu verschaffen. Ein Jahr später stellte das Ditzinger Unternehmen auf einer Fachmesse die erste kombinierte Stanz-Laser-Maschine überhaupt vor. Heute ist das familiengeführte Unternehmen Weltmarktführer bei Werkzeugmaschinen für die flexible Blechbearbeitung und industrielle Lasertechnik Rund 14.500 Mitarbeiter sichern den Erfolg des Unternehmens. Der Firmensitz in Ditzingen bei Stuttgart ist für Trumpf oft von Vorteil, schließlich sind viele wichtige deutsche Automobilunternehmen und -zulieferer direkt in der Nähe, etwa Daimler, Porsche, Mahle und Bosch. „Bei gemeinsamen Projekten mit diesen Partnern und Kunden können sich die Teams persönlich austauschen und gemeinsam neue Lösungen entwickeln“, sagt Löffler.

Trumpf als Arbeitgeber

Maultaschen to Go, eine firmeneigene Kita und die größte Elektrotankstelle Süddeutschlands – das sind nur einige der Leistungen, die Trumpf seinen Mitarbeitern am Stammsitz in Ditzingen anbietet. In dem mehrfach für seine Architektur ausgezeichneten Betriebsrestaurant „Blautopf“ können berufstätige Eltern ohne Aufpreis frisch gekochte Speisen für ihre Kleinen mitnehmen. Mitarbeiter nutzen das Angebot besonders gerne, wenn alle sechs Wochen hausgemachte Maultaschen auf dem Speiseplan stehen. Außerdem hat Trumpf 2019 eine Kita auf dem Firmencampus eröffnet. Sie bietet Platz für 70 Kinder, wovon das Unternehmen 20 an die Stadt Ditzingen vergibt. Das bietet den Eltern eine Betreuungsmöglichkeit auf kurzem Weg und erleichtert ihnen den Alltag. Seiner ökologischen Verantwortung kommt Trumpf unter anderem mit der größten Elektrotankstelle Süddeutschlands nach. Seit 2019 stehen im firmeneigenen Parkhaus 86 Ladepunkte für E-Autos zur Verfügung. Mitarbeiter können ihr Fahrzeug während der Arbeitszeit problemlos laden. Die Zufahrt ist automatisiert geregelt – nur wer ein E-Kennzeichen hat, darf einfahren.

Airport als Ausgangspunkt

Doch nicht nur die Automobilindustrie in Süddeutschland ist ein wichtiger Markt für Trumpf. Das Unternehmen liefert seine Maschinen und Werkzeuge auf dem ganzen Globus in verschiedene Branchen aus: Mit über siebzig Tochtergesellschaften ist die Trumpf-Gruppe auf der ganzen Welt vertreten, in Asien, Nord- und Südamerika und in fast allen europäischen Ländern. „Dabei ist die Nähe zu einem leistungsfähigen Flughafen wie dem Stuttgart Airport sehr wichtig“, so Löffler. Die Mitarbeiter sind schneller bei den internationalen Standorten, um vor Ort den bestmöglichen Service zu bieten. Bringt Trumpf beispielsweise eine neue Maschine auf den Markt, reisen sogenannte Key-Account-Manager zu den Tochtergesellschaften und unterstützen ihre Kollegen in den Ländern beim Vertrieb. Dazu gehört auch, gemeinsam die Partner zu besuchen und deren Produktion mit der neuen Lösung zu verbessern. „Der Stuttgarter Flughafen hilft uns also, nahe am Kunden zu sein, Trumpf zu internationalisieren und beim Service weltweit Maßstäbe zu setzen“, sagt Vertriebschef Löffler.

Meilensteine der Firmengeschichte

  • 1923  Christian Trumpf erwirbt die Werkstätte der Julius Geiger GmbH in Stuttgart und

    produziert biegsame Wellen.

  • 1947 Trumpf bringt mit der „Trumpf Aushauschere TAS“ die erste stationäre Maschine auf den Markt.

  • 1963 Gründung der ersten Auslandsgesellschaft in Zug, Schweiz. Es folgen weitere in Farmington, USA, und Yokohama, Japan.

  • 1972 Trumpf verlegt seinen Standort nach Ditzingen. Berthold Leibinger und Hugo Schwarz werden alleinige Anteilseigner.

  • 1985 Trumpf präsentiert den ersten selbst entwickelten und produzierten CO2-Laser.

  •  2017 Trumpf eröffnet mit der Smart Factory in Chicago ein Technologiezentrum, das komplett mit digital vernetzten Produktionsprozessen arbeitet.


  • Region STR
  • Simon Kirchgeßner
  • 03/20