STR als Knotenpunkt für Flugtaxis


Jets mit emissionsfreiem Elektroantrieb sollen schon in weniger als drei Jahren am STR emissionsfrei abheben und ankommen – so jedenfalls lautet der Plan des Münchner Start-ups Lilium, das den Stuttgarter Flughafen zu einem Drehkreuz für Air-Shuttles machen will.

Wer das Flugtaxi von Lilium zum ersten Mal sieht, denkt vermutlich an Science-Fiction-Filme wie Star Wars oder Blade Runner 2049. Geht es nach dem Münchner Start-up, fliegen die futuristisch gestalteten Jets bald nicht mehr nur auf der Kinoleinwand in weit entfernte Galaxien, sondern schon 2024 von Stuttgart nach Konstanz, Nürnberg, Freiburg oder München. Fluggäste sollen dann mit Hochgeschwindigkeit in der Luft von A nach B kommen, statt auf der Straße im Stau zu stehen. Die senkrecht startenden Fluggeräte für jeweils sechs Reisende und eine Pilotin oder einen Piloten verbinden dann diverse süddeutsche Städte mit der Verkehrsdrehscheibe des Stuttgarter Flughafens.

Die batteriebetriebenen Jets sind mit einer Reichweite von 250 Kilometern und einer Spitzen-Geschwindigkeit von 280 km/h unterwegs. „Ich freue mich sehr, dass meine baden-württembergische Heimat dem süddeutschen Betriebs-Netzwerk beitritt“, sagt Lilium CEO Daniel Wiegand. „Ein vollelektrisches und ultraleises Angebot soll Stuttgart, München und Nürnberg mittelfristig auch mit benachbarten Städten und Regionen noch enger vernetzen“, so Wiegand.

Senkrechtstarter brauchen keine Runway

Wo genau die Flugtaxis starten und ankommen sollen, steht noch nicht fest. Da die neuartigen Fluggeräte jedoch ähnlich wie Hubschrauber vertikal nach oben abheben können, wird die Start- und Landebahn nicht gebraucht. Stattdessen könnten die Dächer von Gebäuden genutzt werden, etwa die von Parkhäusern.

„Wir wollen, dass die Menschen in unserer Region bestmöglich zu ihren nahen und fernen Zielen gelangen und eine breite Verkehrsmittelwahl haben“, sagt Dr. Arina Freitag, Geschäftsführerin der Flughafen Stuttgart GmbH. „Darum entwickeln wir den Stuttgart Airport zu einer einmaligen Drehscheibe für nachhaltige und innovative Mobilitätsformen. Die regionalen und überregionalen Hochgeschwindigkeitsverbindungen mit elektrischen Kleinflugzeugen, wie sie Lilium plant, sind eine vielversprechende Ergänzung für den Standort Stuttgart.“

Gleichzeitig bleibt der STR technologieoffen und unterstützt auch andere Zukunftsprojekte, etwa das Stuttgarter Start-up H2fly, das angetrieben von einer Wasserstoff-Brennstoffzelle schon ab dem Jahr 2030 emissionsfrei Strecken von bis zu 1.500 Kilometern zurücklegen soll.

Sechs Personen finden Platz im Lilium-Jet. Pilotin oder Pilot sitzen in einem separaten Cockpit, fürs Gepäck gibt es einen extra Laderaum.
Per Lufttaxi über den Stau fliegen

In einigen Megastädten – etwa in Südamerika – sind sie schon im Einsatz: Lufttaxis. Dort werden jedoch aktuell noch Hubschrauber genutzt, um die staugeplagten Innenstädte zu entlasten. Diese Flüge sind jedoch sehr teuer und verbrauchen viel Energie. Weltweit tüfteln Firmen deshalb an emissionsarmen und günstigeren Alternativen, die künftig als Lufttaxis für Personen und zum Gütertransport eingesetzt werden sollen. Neben großen Unternehmen wie Boeing und Airbus entwickeln auch Start-ups Lösungen. Die derzeit bekanntesten sind neben dem chinesischen Hersteller Ehang zwei süddeutsche Firmen: Volocopter aus Bruchsal und Lilium aus München.


  • Stories STR
  • Simon Kirchgeßner
  • 12/21