Kids erobern Korsika


Planschen, klettern, sandeln: Für die jüngsten Touristen ist die „Ile de la Beauté“ einfach ein Riesenspielplatz. Ihre erwachsenen Begleiter sind meist schockverliebt, wenn sie die ersten Badebuchten und Berge erblicken.

Tipps der Redaktion:

  • Reisezeit: Baden von Mai bis Oktober, wandern von Ostern bis Mitte Juni und im September/Oktober
  • Highlights: Bootstour ab Bonifacio mit Fahrt in die Drachenhöhle, Eintritt in alle staatlichen Museen für Kinder frei
  • Essen: Fisch und Meeresfrüchte aller Art, Ziegen- und Schafskäse mit Feigenmarmelade, Crèpes und Pizza für Kinder

Für Erstbesucher und Wiederkehrer

Die schlechte Nachricht vorneweg: Ein einziger Familienurlaub wird kaum ausreichen, um die drittgrößte Mittelmeerinsel komplett zu erkunden. „Korsika hat alles. Nur wenige Kilometer vom schönsten Strand entfernt, kann man in unberührter Natur wandern“, schreibt Stefanie Holtkamp in ihrem Reiseführer „Korsika mit Kindern“. Wer Zeit hat, bleibt ein paar Wochen. Die anderen kommen wieder.

 

Die Fähren pendeln zwischen den italienischen Städten Genua oder Livorno und Korsika hin und her. Auch vom französischen Festland legen die Schiffe ab. Wem die Autofahrt mit dem Nachwuchs auf dem Rücksitz zu lange dauert, fliegt – ab Stuttgart direkt nach Bastia in einer Stunde und zwanzig Minuten. Auf der 8.680 Quadratkilometer großen Insel angekommen, können die Urlauber zwischen über 170 Campingplätzen wählen, die meisten davon liegen direkt an oder nahe der Küste. Auch das Angebot an Ferienwohnungen ist umfangreich, das riesiger Hotelbunker dafsür umso kleiner – ade, Massentourismus!

 

Wasserratten

Familien mit jüngerem Nachwuchs bevorzugen meist die Sandstrände in der Bucht von Calvi im Norden, bei Porto Vecchio im Süden oder an der Ostküste. Flach geht es hier ins türkisblaue Wasser, unter der Oberfläche lassen sich bunte Fischschwärme erschnorcheln. Die Küsten im Westen der Insel sind etwas rauer, die Brandung stärker. Zum Tag am Meer gibt es in Korsika auch zahlreiche Süßwasser-Alternativen. Wer beispielsweise im Solenzara-Tal den gleichnamigen Fluss entlangläuft, kann zwischendurch in Badegumpen springen. Auch alle, die einmal Canyoning ausprobieren möchten, sind hier genau richtig.

Wanderlust

Fährt man von Solenzara in Richtung Zonza, erreicht man nach etwa einer Stunde einen großen Parkplatz in Höhe des Bavella-Passes. Eine etwa sechs Kilometer lange Tour von hier aus, die auch Grundschulkinder gut schaffen, führt über Stock und Stein zum „Trou de la Bombe“, einem riesigen Loch in einer Felswand. Der Aufstieg, auf den letzten Metern durchaus abenteuerlich, lohnt sich allein schon fürs Fotomotiv. Auf Korsika gibt es natürlich noch mehr Gelegenheiten, sich auszutoben – die Insel gilt als Outdoor-Paradies. In ihrem Buch empfiehlt Stefanie Holtkamp unter anderem eine Kletterpartie durch einen der zahlreichen Bäche, eine Wanderung mit Eseln und eine Kanufahrt.

Sightseeing

Historische Gebäude, Museen oder kulturelle Einrichtungen interessieren nicht alle Kinder auf Anhieb. Die schönsten Städtchen der Insel erzählen aber durchaus spannende Geschichten. Ob es wohl stimmt, dass der König von Aragon im Jahr 1420 in nur einer Nacht eine Treppe vom Meer hinauf nach Bonifacio in den Kalkfelsen hauen ließ, um den Ort zu erobern? Wie fühlt es sich an, die 187 Stufen selbst hochzugehen? Ist Napoleons Locke, die in seinem Geburtshaus in Ajaccio ausgestellt ist, tatsächlich echt? Was hat es mit der mächtigen Zitadelle in Cortes schmucker Altstadt auf sich?

Tiere streicheln

Bei Ajaccio gibt es einen Schildkrötenpark mit über 150 Arten aus aller Welt. Auch die typischen Bewohner eines korsischen Bauernhofes können Kinder kennenlernen, etwa im Parc Naturel d’Olva zwischen Priopriano und Sartène. In dem weitläufigen Gelände treffen sie unter anderem auf schwarze Schweine, Esel und Schafe. Auf den Ponys können sie für fünf Euro reiten – wenn Mama oder Papa dazu bereit sind, die Rösser selbst durch den Park zu führen.


  • Travel STR
  • Christine Dachs
  • 12/18