Laudamotion gibt Vollgas am STR


19 Ziele ab Stuttgart und drei stationierte Flugzeuge: Laudamotion eröffnet am baden-württembergischen Landesairport eine neue Basis und plant für 2019 mit großem Wachstum.

"Ein einmaliges Erlebnis"

„Auf vielen Strecken ist Laudamotions Markteintritt ein Game Changer – ändert also die Spielregeln im Geschäft“, sagt Andreas Gruber selbstbewusst. „Unser Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar. Außerdem profitieren sowohl Business- als auch Ferienreisende von der größeren Auswahl am Markt“, so der Geschäftsführer des österreichischen Unternehmens. Seit dem Start im März 2018 sind bereits mehr als drei Millionen Passagiere mit der Airline abgehoben. Die Auslastung der Jets lag bei neunzig Prozent.

„Das vergangene Jahr war sehr aufregend für mich“, so Gruber weiter. „Ich war von Anfang an in das Projekt Laudamotion involviert und wir haben gemeinsam innerhalb kürzester Zeit eine komplett neue Airline aufgebaut.“ Nach der Insolvenz von Airberlin und deren Tochtergesellschaft Niki entschloss sich Namensgeber Niki Lauda, den Ferienflieger zu retten. Den damaligen Niki-Netzwerkplaner Andreas Gruber nahm er mit in die Taskforce. Nur drei Monate später, am 20. März, startete dann die erste Maschine mit dem IATA-Code OE. „Das eigene Baby abheben zu sehen – das war natürlich ein einmaliges Erlebnis“, erzählt Andreas Gruber.

Andreas Gruber ist seit März 2018 Geschäftsführer von Laudamotion.
Grubers Weg an die Laudamotion-Spitze

Bereits während seines Studiums des Tourismusmanagements in Wien schnupperte Andreas Gruber das erste Mal Flughafen-Luft. Am Wiener Airport jobbte er als Aushilfskraft. Nach seinem Abschluss absolvierte er mehrere Stationen bei Niki und war am Ende Chef der Netzwerkplanung. Seit März 2018 ist Gruber Geschäftsführer von Laudamotion.

Ein Airbus namens Stuttgart
Anfang Februar hob die erste Maschine von Laudamotion von Stuttgart in Richtung Wien ab. Beim Erstflug in die österreichische Hauptstadt wurde ein Airbus A 320 auf den Namen Stuttgart getauft.
Airbus-Flotte wächst
Seit Ende 2018 tragen die ersten Laudamotion-Maschinen die neuste Lackierung. Der Rumpf ist flächendeckend weiß, auf dem Leitwerk prangt ein „L“. Die Bemalung erinnert an die der ersten Airline, die Niki Lauda 1979 gründete.

Für 2019 plant Laudamotion mit insgesamt fünf Millionen Passagieren – rund 800.000 davon werden voraussichtlich über den STR reisen. „Wir setzen weiterhin auf Wachstum. Aus diesem Grund bauen wir unsere Präsenz hier aus. Allein im Sommerflugplan 2019 haben wir 19 neue Laudamotion-Strecken ab Stuttgart im Programm“, sagt Gruber.

Italienische Städte wie Mailand, Neapel, Venedig und Bologna sind ebenso im Portfolio wie Verbindungen nach Kopenhagen, Krakau, Wien oder Budapest. Auch Mallorca wird drei Mal täglich von Stuttgart aus angeflogen. Vor allem die Aufstockung der Airbus-Flotte von 19 auf 25 Flugzeuge im Sommer 2019, und auf vierzig Maschinen in 2022 soll den eingeschlagenen Wachstumskurs unterstützen. Drei der Maschinen sind künftig am Landesairport stationiert.

„Die Region rund um Stuttgart hat enorm viel Potential“, so Gruber. „Deshalb haben wir uns entschieden, hier – neben Wien, Düsseldorf und Palma de Mallorca – eine von vier Basen aufzubauen.“ Dass die die baden-württembergische Landeshauptstadt in den Planungen von Laudamotion eine große Rolle spielt, wurde Anfang Februar auch auf einem Jet verewigt: Die erste Maschine, die mit der neuen Laudamotion-Lackierung am STR landete, wurde offiziell auf den Namen „Stuttgart“ getauft.

Lauda und die Luftfahrt

  • 1979 Niki Lauda gründet Lauda Air
  • 1983 Lauda Air stellt den Flugbetrieb ein.
  • 1985 Zweiter Anlauf: Der Rennfahrer steigt mit einer neugegründeten Lauda Air ein zweites Mal ins Luftfahrtgeschäft ein.
  • 1997 Die Rennlegende verkauft seine Fluggesellschaft an Austrian Airlines.
  • 2003 Lauda gründet die Billigfluglinie Niki.
  • 2004 Airberlin wird Kooperationspartner von Niki.
  • 2011 Lauda verkauft sämtliche Anteile der Niki an Airberlin.
  • 2016 Der flugbegeisterte Österreicher kauft die Amira Air GmbH und nennt sie Laudamotion. Die Firma bietet zunächst nur Charterflüge für Business-Jets an.
  • 2018 Im Januar erhält Laudamotion den Zuschlag des Insolvenzverwalters für die Übernahme der Airberlin-Tochter Niki.
  • 2018 Im März kauft Ryanair 25 Prozent der Anteile von Laudamotion.
  • 2018 Im September erhöht Ryanair auf 75 Prozent aller Laudamotion-Anteile.
  • 2019 Ende Januar wird Laudamotion hundertprozentige Tochter der Ryanair.

„Ich habe keine Lust mehr, nur mehr im Kreis zu fahren“, sagte Rennfahrer Niki Lauda 1979, als er seine erste Fluggesellschaft Lauda Air gründete. Der österreichische Unternehmer hat selbst die Pilotenlizenz und sich mehrfach im Luftfahrtgeschäft versucht.


  • Travel STR
  • Simon Kirchgeßner
  • 01/19