Sláinte – ein Prost auf Dublin


Lust auf einen Kultur- oder Kneipentrip, aber nicht viel Zeit im Gepäck? Dann einfach ein Ticket nach Dublin buchen und die irische Hauptstadt ein Wochenende lang erkunden. Wer Glück hat, kommt sogar mit einem Topf voll Gold zurück.

Foto: Tara Morgan | Tourism Ireland
Freitag, 15.50 Uhr

Der Airbus A320 von Aer Lingus hebt in den Himmel über Stuttgart ab. Wer hier an Bord ist, kann seine Uhr um eine Stunde zurückstellen – die Zeitverschiebung lässt grüßen! Die Songs aus den Ohrstöpseln stammen jetzt natürlich von U2, Sinéad O’Connor oder Bob Geldof. Die Musikszene in Dublin hat schon viele berühmte Bands und Solokünstler hervorgebracht.

Freitag, 17.10 Uhr

Landung am Dublin Airport. Gemessen an den über 29 Millionen Passagieren pro Jahr ist der Flughafen mehr als doppelt so groß wie der STR. Im Stadtzentrum sind die Touristen dank der guten Busverbindung in etwas mehr als dreißig Minuten. Wer gleich trinken und essen will, muss nicht lange suchen: Besonders im beliebten Ausgehviertel Temple Bar reihen sich Kneipen und Restaurants aneinander. In dem autofreien Quartier wandelt man stilecht auf Kopfsteinpflaster – und folgt am besten der Livemusik, die abends aus den zahlreichen Pubs schallt. Besonders beliebt ist das Fitzgeralds, in dem Nachtschwärmer ihr Bier unter anderem in der Rooftop-Bar genießen können. Wer sich danach ins Bett fallen lassen möchte, findet von Hostel über Bed and Breakfast bis hin zu Luxushotel verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten direkt im Zentrum.

Straßenkünstler, Galerien und Märkte: das Viertel Temple Bar ist das kulturelle Herzstück der Stadt.
Samstag, 10.00 Uhr

Guten Morgen! Wer gestern Nacht lang gefeiert und bis jetzt ausgeschlafen hat, den erwartet auf Dublins Straßen reges Treiben. Mit einem Spaziergang entlang des Ufers des Flusses Liffey lässt es sich gemütlich in den Tag starten – und gleich Dublins Wahrzeichen ansteuern: Die Ha’penny Bridge (Bild oben) aus dem Jahr 1816 verbindet das Viertel Temple Bar mit der Uferpromenade Bachelors Walk. Etwa hundert Jahre lang musste jeder, der die Fußgängerbrücke betrat, eine Maut von einem halben Penny zahlen. Heute ist das Bauwerk mit seinen altmodischen Laternen ein beliebtes Fotomotiv.

Von der bekannten Brücke aus sind es nur wenige Gehminuten zu einer der ältesten Universitäten der Welt, dem Trinity College. Hier, wo einst Schriftsteller Oscar Wilde studierte, sticht besonders die im Jahr 1732 gebaute Bibliothek hervor. Sie beherbergt über sechs Millionen Bücher, darunter das Book of Kells. Es gilt als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Schriftstücke und ist Weltdokumentenerbe der Unesco. Jeden Tag wird eine andere Seite für die Besucher aufgeschlagen. Und noch eine Sehenswürdigkeit ist im Trinity College ausgestellt: die älteste Harfe Irlands, die als Vorlage für das Staatswappen sowie die Euro-Münzen diente.

Die Bibliothek des Trinity College ist nicht nur bei Bücherfreunden beliebt. Foto: Tourism Ireland
Samstag, 14.00 Uhr
Das weltbekannte Traditionsgetränk der Iren gibt es in Dublin an jeder Ecke. Foto: Tourism Ireland

Und weiter geht die Tour – allein sind die Dublin-Besucher dabei nie: Ein kleiner, grüner Kobold, von den Einheimischen „Leprechaun“ genannt, blickt den Fußgängern aus zahlreichen Souvenirshops entgegen. Es heißt, wer das Fabelwesen fängt, den erwartet ein Topf voll Gold. Fast schon ein Muss ist das Guinness-Storehouse im Südwesten der Innenstadt. In Europas größter Brauerei fand im Jahr 1759 das weltbekannte dunkle Bier, der „Black Stuff“, seinen Anfang. Wer sich umfassend über die landestypische Braukunst informiert hat, ruft im siebten Stockwerk dann fröhlich „Sláinte“, was so viel bedeutet wie „Prost“. Hier, in der verglasten Gravity Bar, können Besucher die Aussicht auf Dublin mit einem landestypischen Pint – also etwa einem halben Liter Bier –  genießen.

Für Naturbegeisterte ist die Dublin Bay vor den Toren der Stadt das Richtige. Die Strandpromenade lädt nicht nur bei Sonnenschein zu einem Spaziergang ein, sondern ist auch im Winter ein beliebtes Ziel für Groß und Klein. Auch Wanderfreudige kommen auf ihre Kosten: Sie können mit der Bahn in kürzester Zeit auf die Halbinsel Howth fahren und einen der vielen Wege entlang der Küste erkunden.

Sonntag, 09.00 Uhr

Wie schnell ein Wochenende doch vergeht. Wer auch am Morgen seiner Abreise noch auf Entdeckungstour gehen möchte, kann die vielen Kirchen und Kathedralen in gotischem Baustil sowie das Dublin Castle, eine ehemalige Festung inmitten der Altstadt, besichtigen. Um 17.40 Uhr geht es mit dem Ryanair-Flieger dann wieder zurück nach Stuttgart.  

Das Dublin Castle diente im Mittelalter als Gefängnis, heute wird es für offizielle Anlässe genutzt. Foto: Tourism Ireland
Tipps der Redaktion:

  • Highlight: Bibliothek im Trinity College – sieht aus wie bei Harry Potter

  • Essen: Nationalgericht Irish Stew – traditioneller Eintopf, Sheperds Pie mit Gemüse-, Hackfleisch-  und Kartoffelschichten, Black Tea & Scones – Schwarztee mit Gebäck

  • Top: Tagesausflüge in die Wicklow Mountains, an die Cliffs of Mother oder nach Belfast, Museen und Galerien sind meist kostenlos, Kultur pur das ganze Jahr über


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  • Sheva Hosseini-Khorassani
  • 08/18