Wien - Von Barock bis Bungee-Jumping


Mehr als nur Sisi und Sachertorte: In Wien kommt neben Oper und Schnitzelgenuss auch der Adrenalinkick nicht zu kurz.

Besonders beliebt bei Touristen sind die Pferdekutschen, in Wien Fiaker genannt. Mit ihnen lässt sich die Altstadt in aller Ruhe erkunden.

Interessante Ferien müssen keine Weltreise bedeuten: In 533 Kilometer Entfernung von Stuttgart liefert Wien den Beweis. Schon die österreichische Kaiserfamilie sah keinen Grund, den Sommer außerhalb der Hauptstadt zu verbringen. Franz Joseph und seine Gemahlin Sisi zogen in den warmen Monaten des Jahres vom Wiener Hof in die Sommerresidenz des Habsburger Fürstengeschlechts, das Schloss Schönbrunn. Der Bau des barocken Palasts begann bereits im 16. Jahrhundert, doch erst Kaiserin Maria Theresia stellte ihn rund 200 Jahre später fertig. 1996 wurde das Schloss zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Dessen jährlich vier Millionen Besucher können neben luxuriösen Wohnräumen auch die großflächig angelegten Außenanlagen und den ältesten noch geöffneten Zoo der Welt, den Tiergarten Schönbrunn, besichtigen.

In rund einer Stunde erreichen Fluggäste vom Stuttgarter Airport aus die Hauptstadt Österreichs. Wien ist mit knapp zwei Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Metropole des Landes und lockt jedes Jahr fast drei Mal so viele Touristen. Viele bekannte Gebäude der Altstadt wie die Oper und das Parlament befinden sich im historischen Zentrum entlang der Ringstraße und können bequem zu Fuß erreicht werden. Besucher, die nicht laufen wollen, haben die Wahl zwischen Sightseeing-Bussen und Pferdekutschen, oder sie erkunden Wien auf den insgesamt 1.300 Kilometer langen Radwegen.

Von Glaube bis Genuss

Etwas außerhalb, am Rande der Donau, geht es hoch hinaus. Gut 150 Meter über den Köpfen der Passanten ermöglicht die Aussichtsplattform des Donauturms einen Blick über die ganze Stadt. Die rundum verglaste Terrasse kann bei Wind und Wetter betreten werden. Wer sich im Gebäude noch weiter nach oben wagt, den erwartet über den Dächern der Metropole auch ein original Wiener Kaffeehaus mit regionaler Küche. Sollte das Panorama alleine noch nicht aufregend genug sein: Der Donauturm bietet auch den ultimativen Adrenalinkick – beim Bungee-Jumping von der Plattform.

Nicht ganz so hoch wie der Donauturm ist eines der Wahrzeichen Österreichs, der Stephansdom. Mit seinen 136 Metern ist er das wohl bekannteste Bauwerk Wiens. Benannt nach dem heiligen Stephanus, dem Patron der Kutscher und Pferde, fand die Kathedrale ihren Anfang im zwölften Jahrhundert. Seitdem wurde sie viele Male erweitert, erneuert und restauriert. Noch heute feiern Gläubige hier mehr als vierzig Gottesdienste pro Woche.

Hinter der Domkirche verläuft eine der bekanntesten Straßen Wiens, der Graben, gefolgt vom Goldenen Quartier. Mit Luxusboutiquen in historischen Gebäuden lädt das Viertel Besucher zum Schlendern und Verweilen ein.

Nicht nur die Gäste des Opernballs, auch die Tänzer diverser Balle auf- führungen drehen Piroue en auf dem Parke der Staatsoper
Das Schloss Schönbrunn, Sommer- residenz der Kaiserfamilie, ist auch im Winter ein verlockendes Aus ugsziel.

Auch die verschiedensten Musikgeschmäcker kommen in der Hauptstadt nicht zu kurz. Jedes Jahr im Februar öffnet die Wiener Staatsoper ihre Türen für mehr als 2.500 Paare in Abendkleid und Frack. Bis in die frühen Morgenstunden schweben die Gäste des berühmten Opernballs durch den geschmückten Raum, der eigens hierfür in einen Tanzsaal verwandelt wird. Doch auch ohne Dreivierteltakt können Touristen und Wiener Party machen – in angesagten Clubs oder ruhigen Szenelokalen.

Südöstlich des Zentrums finden Besucher in Simmering nicht nur den Zentralfriedhof, auf dem Persönlichkeiten wie Beethoven, Brahms und Falco begraben liegen, sondern auch das Concordia Schlössl. Vor dem ehemaligen Gebäude der Hofsteinmetze aus dem Jahr 1881 begrüßt eine überlebensgroße Christusstatue die Gäste. Im Inneren bietet das traditionelle Schnitzellokal neben Wiener Melange, Cordon Bleu und Kaiserschmarrn auch exotische Kreationen, wie das New Yorker Schnitzel im Popcornmantel.

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  • Meike Maurer
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