Wenn die Nacht beginnt, gehen am Landesairport die Lichter an. Sie sorgen für Orientierung und weisen Pilotinnen und Piloten den Weg. Die Befeuerungstechniker Colin Haley und Dennis Grampp kümmern sich mit ihrem Team am STR darum, dass die Runway hell erleuchtet ist.

Es ist kurz nach 23:30 Uhr. Der letzte Jet des Tages schwebt im Landeanflug über die illuminierte Runway. Für die Crew endet der Arbeitstag – für Colin Haley und sein Team beginnt er, sobald der Airbus A320 abgerollt ist. Jetzt übernehmen die Spezialistinnen und Spezialisten für Befeuerungstechnik die Landebahn am Landesairport. „Damit Jets sicher ankommen, benötigen die Crews Lichter als Orientierung“, sagt Haley, während er mit seinem Team Richtung Rollbahn fährt. Am STR weisen rund 5.000 Leuchtmittel in verschiedenen Farben den Weg. „Ergänzend zu regelmäßigen Kontrollfahrten zeigt uns ein digitales Ausfallüberwachungssystem ganzjährig und rund um die Uhr an, ob die sogenannten Feuer defekt sind“, erklärt er. (Mehr zum Thema „Feuer“ stehen im Info-Kasten auf Seite 06.) „Zwei Mal im Jahr überprüfen wir zusätzlich mit einem mobilen Lichtmessgerät, das direkt auf der Bahn eingesetzt wird, ob die Leuchten noch hell genug sind und somit alle rechtliche Vorgaben erfüllen.“


Allein auf der Runway sind es etwa 1.500 Feuer, die teils großen Lasten ausgesetzt sind. „Über die grünen Leuchten der Centerline rollen Flugzeuge“, erklärt Haley. „Deshalb sind die Unterflurfeuer so konstruiert, dass keine Schäden am Reifengummi entstehen. Seit 2018 sind auf der Start- und Landebahn übrigens ausschließlich LEDs verbaut, die sind nicht nur sparsamer als die zuvor genutzten Halogenleuchten, sie sind auch weniger störanfällig.“
Feuer, welche die photometrische Überprüfung in dieser Nacht nicht bestehen, weil sie defekt sind oder nicht mehr hell genug leuchten, werden ausgebaut und in die Werkstatt mitgenommen. „Dort können wir sie reinigen, falls nötig reparieren und auf einer speziellen Lichtmessbank erneut prüfen. Wenn sie wieder verlässlich hell sind, nehmen wir sie beim nächsten Einsatz mit und bauen sie wieder ein“, sagt Haley. „Denn als fairport versuchen wir möglichst ressourcenschonend zu arbeiten.“
„Unsere Mitarbeitenden sind nicht nur Elektriker, sondern auch speziell ausgebildete Befeuerungstechniker“, erklärt Haleys Kollege Uwe Schwantzer. Die Kommunikation mit dem Tower ist zum Beispiel essenziell. Über Funk sind die Fachleute auf Rollwegen und Runway jederzeit erreichbar. Denn auch wenn es am STR eine Nachtflugbeschränkung gibt, kann in dringenden Notfällen ein Flugzeug ankommen. „Man weiß nie, was in den nächsten 15 Minuten passiert“, sagt Haley. „Unplanmäßige Landungen, etwa durch den ADAC, habe ich auch schon erlebt. Medizinische Notfälle wie Ambulanzflüge und Organtransporte sind von den Nachtflugbeschränkungen ausgenommen. Wenn diese im Anflug sind, müssen wir unsere Arbeit kurzfristig unterbrechen“, erklärt er und ergänzt: „Dieses Umfeld macht unseren Job noch spannender.“

Schwantzer, der bereits seit über 32 Jahren am Flughafen tätig ist, nickt zustimmend. Nach so vielen Jahren kann er eines mit Sicherheit sagen: „Abwechslung ist hier garantiert. Egal, was man für den Tag geplant hat – man muss stets flexibel sein, denn es kommen beinahe täglich akute Themen, um die man sich kümmern darf – alles andere als Routinearbeit.“ Haley, der zum Jahresende die Nachfolge von Schwantzer antreten wird, ergänzt stolz: „Und egal ob auf der Autobahn, von der Weidacher Höhe oder bei den Pilotinnen und Piloten im Cockpit – unser Werk kann man schon von Weitem leuchten sehen.“

Neben der Befeuerung kümmern sich die Techniker auch um die Vorfeldbeleuchtung und die Bodenstromversorgung, die für Flugzeuge auf den Außenpositionen Energie bereitstellt. Präzision und sorgfältige Planung sind gefragt – auch bei der Koordination von Fremdfirmen, die sich auf dem Gelände sicher bewegen müssen.
„Worauf ich sehr stolz bin“, so Schwantzer, „ist, dass viele Elektriker nach ihrer Ausbildung am STR in unsere Abteilung kommen wollen. Wir haben an unserem Flughafen eine Übernahmegarantie für alle, die wir hier ausgebildet haben. Dabei gibt es verschiedene Stellenangebote für die Elektriker. Und wir bei der Befeuerungstechnik haben eigentlich immer die Qual der Wahl – erst kürzlich haben wir einen Auszubildenden übernommen – ein weiterer folgt Anfang 2026. Sie waren mit Begeisterung dabei – und wir haben uns natürlich auch ein Bild gemacht“, sagt Schwantzer. „Wer hier arbeitet, muss sich sicher auf den Flugbetriebsflächen bewegen und sich mit den Lotsen abstimmen können“, ergänzt Haley. „Dafür muss man bereit sein, entsprechend Verantwortung zu übernehmen – wer das macht, hat nicht nur einen sehr vielseitigen Arbeitsalltag mit Werkstattarbeit, Technik und Verantwortung, sondern auch immer wieder spannende Außeneinsätze – wie beim nächtlichen Lichttest auf der Landebahn.“
Als die Luftfahrt noch ganz am Anfang war, gab es noch keine elektrischen Lampen wie heute. Stattdessen wurden echte Feuer oder Fackeln benutzt, etwa um die Landebahn zu markieren. Diese Feuer zeigten den Piloten, wo sie landen oder starten sollten.
Auch als später elektrische Lichter eingeführt wurden, blieb in der Fachsprache der Begriff „Feuer“ erhalten. Jedes einzelne hat dabei seinen eigenen Zweck. „Blau markiert den Rand der Rollwege, während auf der Rollbahnmittellinie, der sogenannten Taxiway-Centerline, grüne Lichter sind“, erklärt Uwe Schwantzer, der sich am STR um die sogenannten Befeuerungsanlagen kümmert. Auf der Start- und Landebahn gibt es weiße, grüne und rote Leuchten. Die Signalfarbe markiert das Ende der Piste, Grün den Anfang und Weiß liegt dazwischen.